Hooge Crater

Hooge Crater
Hooge Crater 1915

Die Umgebung von Hooge war während des ganzen Krieges die Szene heftiger Kämpfe wegen seiner Höhe und daher strategisch günstige Lage. In der Nähe war das Schloss der Familie De Vinck, das von den Briten "Hooge Chateau" genannt wurde. Bei einem Artillerieangriff auf dem Schloss starb fast der ganze Stab der 1. und 2. britischen Division. Nachher wurde das "Weiße Chateau", näher zu Ypern, als alliiertes Hauptquartier gebraucht. Ab 1915 wechselten "Hooge Chateau" und die Umgebung mehrmals von Besetzung. Ende Mai 1915 konnten die Briten die Trümmer noch verteidigen, Anfang Juni wurden sie von den Deutschen besetzt. Die Stellungen beider Parteien lagen jetzt nur 50 Meter voneinander. Die Briten planten einen Gegenangriff Mitte Juli und explodierten dazu erst eine Mine von 2200 kg, bis dann die größte Ladung des Krieges. Am 19. Juli entstand so ein Krater von 40 m Durchschnitt und 6 m tief und einen 5 m hohe Kraterwand von angehobener Erde. Die Briten kamen aber nicht an dem Krater vorbei, der eine von beiden Parteien geliebten Schutzort wurde. Die Deutschen introduzierten bei dem Gegenangriff eine neue Waffe: den Flammenwerfer, und sie eroberten am 30. Juli 1915 das Schloss. Am 9. August 1915 konnten die Briten den Krater und das Schloss zurücknehmen. Vom 6. Juni 1916 bis zum 31. Juli 1917 war die Umgebung wieder in deutschen Händen.

Hooge Crater Friedhof
Hooge Crater Friedhof

Der "burial officer" der 7. Division fing Oktober 1917 an hier Tote zu begraben. Ursprünglich gab es 76 Gräber. April 1918 eroberten die Deutschen während der Kaiserschlacht Hooge zurück. Bei der alliierten Endoffensive wurde Hooge am 28. September 1918 letztendlich befreit. Nach dem Krieg wurde der Friedhof mit Gräbern aus dem Schlachtfeldern und verschiedenen kleinen Friedhöfen der Umgebung erweitert. Diese Friedhöfe waren Bass Wood Cemeteries No. 1 and No. 2, La Chapelle Farm, Menin Road Pillbox Cemetery und Sanctuary Wood Old British Cemetery in Zillebeke, die deutsche Friedhöfe auf Koelenberg und K.O.S.B Cemetery in Geluwe, Nieuwe Kruiseecke Cabaret Cemetery und Tower Hamlets Cemetery in Geluveld und Pillbox Cemetery und Westhoek Ridge Small Cemetery in Zonnebeke.

Jetzt liegen 5183 Briten (3321 unbekannt), 513 Australier (178 unbekannt), 105 Kanadier (36 unbekannt) und 121 Neuseelander (43 unbekannt). Es gibt auch Special Memorials (Gedenksteine) für 31 Tote aus dem Vereinigten Königreich, Kanada, Australien und Neuseeland. Sie sind vermutlich als Unbekannter auf dem Friedhof begraben. 14 Special Memorials und ein Duhallow Block gedenken 12 Briten, die auf La Chapelle Farm und 2 Briten die auf dem deutschen Friedhof in Kruiseecke begraben wurden, aber deren Grab nicht mehr gefunden wurde.

Der Stone of Remembrance (Stein des Erinnerns) steht in einem tiefen Kreis, der die vielen Minenkrater symbolisiert. Auf der Schlosssite wurde ein neues Landhaus gebaut. In den 20er Jahren wurde der Krater ausgefüllt. Der Schlosspark gehört jetzt zum größten Teil zu dem Themapark "Bellewaerde".